Tarifvertrag wohnungs- und immobilienwirtschaft schleswig-holstein

Published on August 6, 2020

3. Stärkung der Förderung des sozialen Wohnungsbaus und des genossenschaftlichen Lebens. Aufgrund der starken lokalen Wirtschaft und der anhaltenden Nachfrage nach Arbeitskräften verzeichnet die Stadt eine hohe Nettozuwanderung und damit ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum. Die Zahl der Haushalte wuchs in den letzten fünf Jahren jährlich um 4,3 %, während der Wohnungsbestand laut JLL nur um 2,4 % pro Jahr stieg. Die Bezahlbarkeit und Bereitstellung von Wohnraum ist ein besonderes Anliegen im Kerngebiet der Region, während viele periphere Gemeinden mit einem Missverhältnis zwischen der Qualität des Wohnraums und den Bedürfnissen einer alternden Bevölkerung konfrontiert sind. Die Metropolregion Hamburg hat mehrere Maßnahmen zur Bewältigung von Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Wohnungsbau verabschiedet, die sich zwischen dem sehr dichten Kerngebiet, den angrenzenden Verdichtungsbezirken und den Außenbezirken unterscheiden, die schrumpfende und alternde Kommunen aufweisen können. Es werden Anstrengungen unternommen, um verschiedene Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Wohnungsbau auf der Ebene der Bundesländer und durch einige Projekte auf der Ebene der HMR anzugehen. Die geringe Bautätigkeit ist ein weiterer Grund für den anhaltenden Anstieg der Häuserpreise. Das Wohnungsangebot hält nicht mit der Nachfrage Schritt. Im Jahr 2019 stiegen die Wohnungsgenehmigungen um 3,8 % auf 360.578, während die Zahl der Wohnungsfertigstellungen um 2 % auf 293.000 Einheiten stieg, so Destatis. Dennoch ist sie aufgrund der steigenden städtischen Bevölkerung und des Zuwanderungszuwachses nach wie vor unzureichend. Mittelfristig muss das Land nach Angaben von HDB-Präsident Thomas Bauer jährlich rund 400.000 Wohnungen bauen, um Wohnungsnot in Städten zu verhindern.

In diesem Kapitel werden Strategien zur Förderung einer nachhaltigeren und ausgewogeneren Entwicklung in der HMR erörtert und Empfehlungen für weitere Maßnahmen unterbreitet. Sie gliedert sich in vier Abschnitte: i) Wohnungsbau, Flächennutzung und Raumplanung; ii) Mobilität; iii) Energieeffizienz; und iv) Lebensqualität. In all diesen Politikbereichen bringen verschiedene Teile der HMR unterschiedliche Stärken auf den Tisch. Es ist wichtig, diese Unterschiede als Kooperationsmöglichkeiten zu verstehen, durch die die gesamte HMR nicht trotz, sondern aufgrund der Interdependenzen zwischen den verschiedenen Bereichen gedeihen kann. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, ist eine stärkere kollaborative Planung in den Bereichen Wohnen, Verkehr, ökologische Nachhaltigkeit und Branding im Rahmen der HMR erforderlich. Fünf Arbeitsgruppen zu den Themen: Subventionen und Finanzierung; Land; Bauvorschriften; Gebäude, Planung und Bau; Entwicklung des bestehenden Wohnungsbestands Im April 2020 lag der durchschnittliche Zinssatz für neue Wohnungsbaukredite bei 1,25 %, nach 1,67 % im Vorjahr und 1,89 % vor zwei Jahren, wie die Deutsche Bundesbank mitteilte. Im gleichen Zeitraum: Die Wohnungspreise sanken oder stagnierten Anfang der 2000er Jahre in vielen Bezirken und kreisfreien Städten in der HMR und blieben aufgrund der niedrigen Zinsen im Zuge der Finanzkrise 2008 niedrig (Holtermann und Otto, 2015[1]). Allerdings sind sowohl die Mieten als auch die Wohnungspreise in den Jahren nach der Finanzkrise gestiegen und steigen in Hamburg und in den angrenzenden Bezirken. Obwohl die Immobilienpreise in Deutschland nicht zu den höchsten in der OECD gehören, sind die realen Immobilienpreise seit 2010 schneller gestiegen als der OECD- und Euroraumdurchschnitt (Abbildung 3.1). Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird die Herausforderung, bezahlbaren Wohnraum in allen Preissegmenten bereitzustellen, noch wichtiger.

Wie aus Abbildung 1.3 hervorgeht, gehörten die Wohnungspreise in Hamburg 2016 zu den höchsten in Deutschland (Arbeitskreis der Oberen Gutachterausschüsse, Zentralen Geschäftsstellen und Gutachterausschüsse in der Bundesrepublik Deutschland, 2017[2]) für Wohnungen und Häuser.